Dicker Nebel hängt schwer über den Hausdächern, in der Entfernung brummt leise ein Auto vorbei. Ich ziehe mir die Decke noch ein bisschen weiter über die Ohren, möchte nicht aufstehen, einfach nur schlafen. Als ich eine Weile lang die weisse Decke angestarrt habe, prasseln dicke Tropfen gegen das Fenster. Widerwillig stehe ich auf, schlüpfe in meine bequemste Hose und tapse die Treppe runter in die Küche. Noch halb blind und den Schlaf in den Augen, taste ich nach meiner Lieblingskaffeetasse. Das erste Lächeln huscht mir über das Gesicht. Nach dem ersten Tropfen heissen Koffeins, fühle ich mich ein kleines bisschen lebendiger. Schlapp lasse ich mich auf einen Stuhl plumpsen und starre aus dem grossen weiten Fenster hinaus. Nichts als weisse Suppe da draussen, Traurigkeit in Ausdrucks des Himmels. Da hängt sie schwer und breitet sich ungefragt aus. Ich schüttle den Kopf, den ganzen Körper. Weg mit der Frust die an mir klebt und mich nicht wieder verlassen will. Weg mit der Trübsinnigkeit, die auf die Schultern drückt. Trist, grau und langweilig.

An solchen Tagen hängt man gerne den eigenen Gedanken nach, träumt von den eigenen Vorstellung, von einem perfekten Leben. Man fühlt sich vom Schicksal benachteiligt, meine Gefühlen tanzen Melancholie. Ich schliesse die Augen, und lasse mich von Träumen auf Wolken tragen…

Die Träume handeln von einem besseren Leben, von mehr Geld, mehr Ferien, mehr Freiheiten. Wir haben alles und möchten mehr. Viel mehr. Wann ist genug denn genug? Wer sagt, wann das Mass voll ist, merken wir es erst, wenn es schon längst überläuft? Wir Menschen sind nimmersatt, und Trieb und Hang zum Perfektionismus lässt uns herumirren. Wir laufen im Kreis und suchen nach dem Ultimativen, nach noch besseren Taktiken, nach der teureren Uhr. Aber auch die teuerste Uhr tickt.

Warum träumen wir nicht von kleineren Dingen, sondern immer nur vom Jackpot?

Wir alle haben Träume, manche gross, manche klein. Manche eher zaghaft, andere wiederum protzig. Manche träume sind realistisch, manche nie zu erreichen. Manchmal merkt man erst zu einem vergangenen Zeitpunkt, dass man den Traum gelebt hat. Im besten Fall erwacht man während eines wunderschönen Traums, und merkt, dass der Traum genauso weitergeht.

Wenn ich gross bin, werd ich ein zufriedener Mensch.

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