Ich schaue in den Spiegel. Beachte mich selbst kritisch. Was sehe ich? Eine krumme Nase vielleicht oder gar ein Pickel im Gesicht? Oder sind es meine Haare die mich stören? Ok, die machen eh was sie wollen, dieses Vogelnest auf meinem Kopf. Ich schaue im Spiegel noch ein bisschen weiter nach unten. Ja, da sind Stellen, da könnte es ganz sicher ein bisschen weniger sein, und die unschönen Dellen im Oberschenkel, auf die bin ich auch nicht gerade stolz. Was macht uns schön? Sind es perfekte weiss strahlende Zähne? Sind es lange schlanke Beine, die sich toll präsentieren in einem Minirock? Oder sind es volle Lippen in einem Porzellan Teint Gesicht? Muss man aufhören zu essen, um schön zu sein? Es wird ja immer gemunkelt, wahre Schönheit kommt von innen. Was ist denn nun die innere Schönheit? Nettigkeit und Herzlichkeit? Sympathie und Fröhlichkeit?

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Oft bleibt die wahre Schönheit, wie ausstrahlende Zufriedenheit und Versöhnlichkeit verborgen, da die äusserliche Schönheit einfach lauter ist.

Dass nur die innere Schönheit zählen soll, ist hingegen doch auch völliger Quatsch. Den ersten Eindruck, den wir uns von einem Menschen machen, ist äusserlich. Dieser Jemand kann lange Beine haben, einen flachen Bauch und ein schönes Gesicht, aber Pudding im Kopf haben. Den Pudding im Kopf sehen wir ja nicht auf den ersten Blick, wir nehmen diesen Menschen als erstes als attraktiv wahr, ist doch so. Ich würde jetzt sogar so weit gehen und behaupten, äusserliche Schönheit ist messbar an Franken, Kilos und Likes. Die gesellschaftliche Anerkennung ist enorm wichtig geworden, obwohl es oft als Oberflächlichkeit abgetan wird. Die heutigen „Vorbilder“ in den Medien machen es uns ja vor,  ständig wird in diesem Segment propagiert. Warum bekommt man für ein gutes Herz, Klugheit und soziales Engagement nicht gleich viel, oder gar die grössere Anerkennung? Sind diese Eigenschaften nicht viel wichtiger? Sollten wir nicht mehr dafür gerade stehen? Und das aus Überzeugung, nicht weil gerade ein inspirierender Spruch auf einem Poster steht.

Natürlich ist die äussere Schönheit keine moderne, narzisstische Krankheit. Sie kann auch neue Türen öffnen und einen guten Eindruck schinden. Doch sie ist nicht zufriedenstellend, und macht einem nicht dauerhaft glücklich. Dennoch ist sie ein wichtiger Bestandteil unserer Wahrnehmung. Daran ist nichts verwerfliches, es ist wichtig sich wohl zu fühlen

 

Aber was ist denn nun wirkliche Schönheit? Treten Intelligenz und Schönheit nach dem entweder oder Prinzip auf? Sind Menschen, denen äusserliche Schönheit das Allerwichtigste ist, automatisch doof? Das befürworte ich schon, denn wer bloss schön sein will muss leiden, weil er so doof ist, dass er bloss schön sein will! Komplizierter Satz gell?

Äusserliche Schönheit vergeht, sie ist bloss eine Fassade. Sie ist nicht sonderlich wichtig, sie ist höchstens bewundernswert. Aber um sie geht es nicht. Sie ist kein gutes Indiz für Glück. Viel schöner sind doch Charaktereigenschaften. Und die sind viel wichtiger als Sixpacks, perfekt geschwungene Augenbrauen und eine zauberhafte Körperbräune. Die heimlichen Sieger der Schönheit werden leider all zu leicht übersehen, unterschätzt und häufig missachtet. So sind es doch Menschen die einem glücklich machen und einem von innen strahlen lässt. So sind es doch freundliche Worte, Ausgeglichenheit und aufgestellte Menschen die dazu beitragen, dass man das Glück spüren kann. Und wer dieses spürt, der strahlt genau dies auch aus. Äusserliche Schönheit ist vergänglich, innere Schönheit ist für immer.

Versuchen wir doch mutiger zu sein, und genau das zu leben, danach sollten wir streben.

♥Nadine

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