Ihr Lieben, jetzt seid ihr gefragt!

Die Erdbeben in Nepal entgingen wohl niemandem. Traurige Geschichte… Abertausende von Leuten die ihr Zuhause verloren haben, ihre Familienangehörigen, ihr Hab und Gut, ihr Alles. Diese Naturgewalt ist die tödlichste Katastrophe in der Geschichte Nepals. Rund 8800 Opfer forderte das Beben. Man geht davon aus, dass es aber rund 10’000 Menschen getötet hat. Kinder, Enkelkinder, Grosseltern, Verwandte, Eltern… So viele Familien wurden auseinandergerissen. Wenn ich daran denke, kommen mir gleich die Tränen. Stellt euch mal vor, dass eure eigene Familie sich so trennen muss. Das schmerzt sehr, oder? Ebenso wurden rund 50 Kulturstätten wie Tempel, Paläste und Pagoden zerstört, ganze Täler wurden zugeschüttet und ganze Dörfer und Städten wurden dem Erdboden gleichgemacht. Für uns in der Schweiz absolut unvorstellbar! Wir jammern hier rum, obwohl wir hier alles haben, obwohl es uns gut geht! Und wisst ihr was schlimm ist? Viele von uns haben das Beben aufgrund der ständigen Medienüberschwemmung schon wieder vergessen… Traurig…

8-800-bs-erdbeben-nepal-hilfe-buendnispartner1

Ich bitte euch, nein ich flehe euch an, helft diesen Menschen in grösster Not! Es fehlt ihnen an allem das als lebensnotwendig gilt. Für alle, die noch nichts eingezahlt haben, macht euer Portemonnaie locker! Und dass ihr ganz sicher sein könnt, dass euer Geld richtig eingesetzt wird, habe ich für euch den richtigen Kontakt. Die Spende, die ihr hier einzahlt, geht direkt nach Nepal. Sabine Wyss lebt dort und ist für jeden Rappen dankbar. Sie weiss, wie das Geld am besten eingesetzt werden kann, und was die Menschen am dringendsten benötigen. Das Geld ist in guten Händen! Wenn ihr dennoch verunsichert seid, oder gerne mehr wissen möchtet, Sabine Wyss ist auf Facebook vertreten.

Kontoangaben

Vermerk: Erdbeben

Sabine Wyss

Raiffeisenbank Härkingen

CH36 8091 2000 0320 5741 2

Für alle, die sich für die Zustände vor Ort interessieren, hier ein Bericht direkt aus Nepal von Sabine.

Uns allen hier vor Ort waren vorerst die Hände gebunden, irgendetwas zu tun! Banken haben seit dem Erdbeben zu, Bankomaten leer. Soviel zur Organisation in Krisensituationen hier… Es gestaltet sich alles etwas schwierig und vor allem viel zu langsam!

Der Grund bewegt sich seit dem grossen Beben immer wieder. Es fühlt sich manchmal wie ein Schwanken, teilweise wie ein Beben an.

Wir hatten uns entschlossen trotz etlichen Nachbeben mit Mätteli, Schlafsack und Guezli als Notration nach Lamagaun, Purnas Dorf zu reisen, um die Lage dieses und der umliegenden Dörfer zu sichten.

Je näher an Gurkha, desto mehr Zerstörung wurde sichtbar. In Gurkha selbst, einer Stadt mit ca. 35 000 Einwohner, ist 90% zerstört, Läden und alles ist zu, merkwürdige Stille. Ein paar Frauen weinen. Wir kommen an einer Familie vorbei. Die Mutter ruft mir zu: Nimm uns mit, grosse Schwester! Wir haben alles verloren! Wir werden nichts vermissen! Die Familie bricht in Gelächter aus. Etwas nepalesischer Humor ist nicht verloren gegangen.

Wir müssen drei Stunden warten, um einen Bus in die Bergdörfer zu kriegen. Alle, die irgendwie können, reisen in die Dörfer, um irgendwie zu helfen, beizustehen.  Das Dorf Ghyampesal, drei Stunden von Gurkha entfernt,  ist ein einziger Trümmerhaufen. Die Leute hoffnungslos. Schwierig die richtige Worte dafür zu finden. Zum Glück hat es nur wenige Verletzte und Tote in den Dörfern gegeben. Bis hierhin sind erste Hilfsgüter angekommen. In Richtung Lamagaun, Deurali waren die Strassen bisher von Trümmern und Erdrutschen versperrt.

Lamagaun und Gorechap schlafen auch die meisten Leute in Zelten oder unter Unterständen für Tiere. Purnas Vater ist permanent am Organisieren für sein Dorf und sorgt sich um eine gerechte Verteilung der Güter. Für 6 Dörfer gibt es 14 Zelte  zu verteilen. Viel zu wenig natürlich und es kommt zu Streit.

Es gibt immer noch etliche Nachbeben, der Boden rumort wörtlich. Alleine in der ersten Nacht in Lamagaun habe ich sieben kleine Nachbeben gezählt.Viele Häuser sind auch zerstört. Die meisten Häuser, welche noch stehen, sind nicht mehr betretbar: grosse Risse in den Wänden und stehen schief. Die Nahrungsmittelsvorräte der selbstversorgenden Bauern waren meistens im obersten Stock gelagert und so wie auch auch ihr Hab und Gut, welches viele in den Häuser zurücklassen mussten, nicht mehr erreichbar. Nahrungsmittel werden in kurzer zeit knapp werden. Bis jetzt ist noch niemand der Armee, Polizei oder von Hilfsorganisationen eingetroffen.  Lediglich ein BBC Team hat sich in die Bergdörfer gewagt und interviewte uns.

Die Leute sind wütend über die Regierung und fühlen sich im Stich gelassen. Da kein Strom mehr vorhanden ist, bekamen sie auch nicht mit, dass viele Hilfe im Land angelaufen ist und zahlreiche Hilfsgüter und Rettungsteams aus dem Ausland bereits eingetroffen sind. Doch ich kann die Wut über die Regierung nur allzu gut nachvollziehen!

Die Dorfbewohner machen sich gleichzeitig schon Gedanken über den Wiederaufbau. Wie sollten die Häuser gebaut sein, damit sich dieses Desaster nicht nochmals wiederholt? Der Wiederaufbau wird einige Zeit dauern. Wie können wir in einem Monat für den schweren Regen des Monsuns gewappnet sein?

Zwei Hügelketten hinter Lamagaun liegt das Epizentrum und die Stadt Barbak. Dort stehen noch 4 von 1200 Häuser. Seit gestern, 4 Tage nach dem Erdbeben, kreisen die Helikopter. Heute können sie wegen Nebel und schweren Regenfällen nicht fliegen.

 

Durch die Sichtung der Lage konnten wir herausfinden, wie wir das Geld einsetzen werden. Ganz klar: Alle brauchen Nahrungsmittel und ein provisorisches Dach über dem Kopf. Doch es wird soviel Geld benötigt, dass wir nicht allen den Wiederaufbau finanzieren können. Da Purna aus dem Dorf kommt und auch die umliegenden Dörfer kennt, ist es einfacher zu wissen, wer am meisten Geld und Hilfe für den Wiederaufbau benötigt. Familien, welche Söhne in der British Army haben, können sicher mehr zum Wiederaufbau beitragen.

Auf dem Rückweg in Gurkha sehen wir, dass Hilfe im Anmarsch ist. Güter der Armee, von Korea und Indien sind in Anmarsch. Leichenwagen fahren an uns vorbei. Medecin sans frontière und das rote Kreuz sind nun eingetroffen. Doch es braucht soo viele Hilfsgüter. Der Bürgermeister von Gurkha schätzt, dass immer noch 50 000 Zelte im Bezirk Gukha fehlen. Und die Verteilung ist so chaotisch. Ganz klar und logisch, dass die kleinen, schwererreichbaren Bergdörfer zu kurz kommen.

Prioritäten für den Einsatz der Spendengelder

(Schritt für Schritt werden wir sehen, ob sich die Prioritätenliste ändert und ob sich anderen Hilfsoganisationen beteiligen oder ob Hilfe von der Regierung kommt)

Nahrungsmittel, grosse Plastikblachen, Zelte für Lamagaun Gorechap und ev. weitere Dörfer

Evt. andere Güter: Kleider, Kochgeschirr

Provisorische organisierte Übergangslösung für die Monsunzeit

Wiederaufbau der Schule, der Häuser

Trinkwasser ist zum Glück dank Quellen vorhanden. Toiletten sind genug vorhanden.

Ich hoffe, dass ganz ganz viele von euch jetzt dazu motiviert sind, etwas Gutes zu tun! Zeigt ein gutes Herz und Solidarität!

Liebe Grüsse

♥Nadine

Advertisements